Heinrich Böll

Heinrich Böll

Einmischung erwünscht

Heinrich Böll war einer der bedeutendsten und bekanntesten Schriftsteller der Bundesrepublik Deutschland. „Gebunden an Zeit und Zeitgenossenschaft, an das von einer Generation Erlebte, Erfahrene, Gesehene und Gehörte“, wie er selbst schrieb, war er der kritische Chronist deutscher Zeitgeschichte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts.
Für seine Romane und Erzählungen erhielt er im Jahre 1972 den Nobelpreis für Literatur.

Seine mutigen und unbestechlichen Einsprüche haben die politische Kultur in Deutschland wesentlich bereichert und geprägt. Heinrich Böll setzte sich zeitlebens jenseits aller ideologischen Grenzen für verfolgte Kollegen, Bürgerrechtler und politische Gefangene ein, was ihm u.a. die spöttische Bezeichnung „Herbergsvater der dissidierenden Wandergesellen“ in einer DDR-Zeitschrift eintrug.

Durch seinen weltweiten Einsatz für die Menschenrechte hat er viel für das Ansehen der Bundesrepublik und die Völkerverständigung getan. In seinen Büchern und Essays werden die ersten 40 Jahre der deutschen Demokratie nach der Nazi-Diktatur erfahrbar. Er beteiligte sich aktiv in der Friedensbewegung Anfang der achtziger Jahre, um gegen die weltweite atomare Bedrohung vorzugehen.

Heinrich Böll war mehrere Jahre Präsident des Internationalen PEN.

Einige seiner wichtigsten Bücher sind „Das Brot der frühen Jahre“, „Billard um Halbzehn“, „Ansichten eines Clowns“, „Gruppenbild mit Dame“, „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Frauen vor Flußlandschaft“ und das „Irische Tagebuch“. Viele seiner Bücher sind verfilmt worden.

Im Einverständnis mit der Familie Böll und der Bundesversammlung von Bündnis 90/Die Grünen trägt die Stiftung den Namen Heinrich-Böll-Stiftung, weil seine Person jene seltene Einheit von politischer Wachheit, künstlerischer Kreativität und moralischer Integrität verkörperte, die auch für kommende Generationen vorbildlich bleibt. Zivilcourage, Ermutigung zur Einmischung in die öffentlichen Angelegenheiten und das unbedingte Eintreten für die Würde und die Rechte des Menschen waren Kennzeichen des Schriftstellers Heinrich Böll. Dieser Tradition fühlt sich die Stiftung verpflichtet.

Leben & Werk

Ausführliche Informationen über Leben und Werk Heinrich Bölls sowie zahlreiche Abbildungen und Links finden Sie auf der Heinrich Böll Homepage.

Heinrich-Böll-Archiv

Das Heinrich-Böll-Archiv bei der Stadtbibliothek Köln ist Dokumentations- und Informationsstelle über Leben und Werk Heinrich Bölls. In Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv der Stadt Köln, dem Archiv der Erben Heinrich Bölls und der Heinrich-Böll-Stiftung sammelt und verzeichnet es sämtliche Arbeiten Heinrich Bölls und der Literatur über ihn.

Verlag

Zahlreiche Bücher Heinrich Bölls sind bei Kiepenheuer & Witsch und bei dtv erschienen.

Stiftung

Die Heinrich-Böll-Stiftung eröffnete im Juni 1999 das Regionalbüro Sarajevo, das durch die gemeinsame Arbeit mit den Büros Zagreb und Belgrad die Gebiete Bosnien-Herzegowina, Kroatien und die damalige Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien, Montenegro und Kosovo) umfasste.

Das Büro Sarajevo mit seinem Team von neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist heute für Bosnien-Herzegowina, Nord-Mazedonien und Albanien zuständig.

Mehr