Demokratie

Karađorđevo und die territorial-ethnische Teilung Bosnien und Herzegowinas

Analyse

Bis heute ist es in der kroatischen Öffentlichkeit schwer zu vermitteln, dass Kroaten und Serben sich in Kroatien bekriegten und gleichzeitig in Bosnien und Herzegowina zusammengearbeitet haben sollen. Die Legitimation des „Heimatkrieges“ würde gefährdet. So ist es kein Wunder, dass nationalistische Ideologen in Kroatien Absprachen Tuđmans mit Serbien strikt zurückweisen. Doch die damalige Stimmung in Kroatien und Serbien ist über die Presse dokumentiert.

Von Erich Rathfelder

Kroatiens Altpräsident Mesić: "Grenzänderung führt zur Katastrophe"

Interview

"Alles, was zur Grenzänderung führen würde, würde zu neuen Katastrophen, zum neuen Krieg führen. Die Frage sollte aber in einem breiteren, europäischen Zusammenhang betrachtet werden: Alle Aggressoren in der Geschichte Europas haben immer Kriege angefangen, um scheinbar ihre nationale Minderheit zu verteidigen. Das war aber immer nur die Ausrede, das Ziel war immer, Territorium zu gewinnen."

In einem Gespräch mit Adelheid Wölfl (Der Standard) erklärt Kroatiens ehemaliger Staatschef Stjepan Mesić, warum eine Grenzänderung so gefährlich wäre.

Bosnien nach den Wahlen: Bürger an die Macht!

Bosnien und Herzegowina ist fest im Griff von korrupten nationalistischen Kräften, die den Reformprozess des Landes zielgerichtet blockieren, um ihre Macht zu verteidigen. Dennoch haben die letzten Wahlen gezeigt: Es gibt viele Bosnier, die ihre Rechte als Bürger gestärkt sehen wollen.

Von Marion Kraske

Gerechtigkeit für David als Spiegelbild Bosnien und Herzegowinas

Kommentar

Der Verlust eines Kindes ist etwas, wofür die meisten Bürger/innen BiH´s das größte Mitgefühl entwickeln, und genau diese Empathie ist es, was die ethnischen Grenzen in Bosnien und Herzegowina niedergerissen und die Proteste zu Massendemonstrationen gemacht hat. Dies hat zu großer Sorge unter den politischen Eliten geführt, die sich und ihre Regierungsweise, die auf ethnischer Teilung und dem Schüren der Angst vor den anderen beruht, gefährdet sehen. Abwesenheit der Politik und Unzufriedenheit mit dem System hat Serben, Kroaten und Bosniaken in Davor Dragičevićs Kampf für Gerechtigkeit vereint.

Von Srđan Puhalo

Bosnien-Herzegowina vor den Wahlen: Hass und Hetze statt politische Visionen

Analyse

Am Wochenende wird in Bosnien-Herzegowina gewählt: Vor dem Urnengang heizen Nationalisten das Klima mit radikalen Tönen an. Offen werden Drohungen zur Abspaltung geäußert. Die RS will ein Großserbien, die Kroaten forcieren eine eigene Entität – die Kriegsziele aus den 90ern werden wiederbelebt. Hetzkampagnen prägen eine Atmosphäre, in der kritische oder alternative Kräfte bedroht oder gar umgebracht werden.

Von Marion Kraske
Alle Artikel zum Thema

Publikationen

Für Demokratie

Die Vorkämpferinnen und Vorkämpfer politischer Freiheit müssen derzeit weltweit mit Gegenwind umgehen. Diese Publikation gibt Einblicke in die Arbeit der weltweiten Demokratieförderung und macht mit Fallbeispielen, Analysen und Essays das Engagement der Heinrich-Böll-Stiftung anschaulich.

50 Shades of bosnisch-herzegowinischer Politik: Analyse der Geschlechtergleichstellung in politischen Parteien

pdf

Die Publikation mit dem Titel „50 Shades of bosnisch-herzegowinischer Politik“ entstand im Rahmen der Aktivitäten im Projekt 'Geschlechtergleichstellung ist NICHT nur Frauensache', das die Vereinigung INFOHOUSE mit der Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung implementiert.  Das Projekt befasst sich mit der Befürwortung einer höheren Beteiligung der Frauen an der Arbeit der politischen Parteien und der Öffentlichkeit generell, um so ihre Rolle zu stärken.  

Srebrenica leben - Živjeti Srebrenicu

pdf

Das Buch Srebrenica leben - Živjeti Srebrenicu von Adnan Rondić ist in drei Kapitel eingeteilt, das jedes einzeln gelesen werden kann, aber als Ganzes ein allumfassendes Bild bietet.

Das erste Kapitel basiert auf Rondics journalistischer Arbeit in und über Srebrenica, in dem er die persönlichen Geschichten und Erfahrungen der Menschen, die er dort traf, aufschrieb.  Das zweite Kapitel beschäftigt sich tiefer mit dem Zeitraum, in dem der Genozid verübt wurde. Das dritte Kapitel ist sehr persönlich und zeigt, wie sehr der Autor sich Srebrenica widmet und wie sehr Srebrenica im Laufe der Jahre Teil von ihm selbst geworden ist. 

Frauen in der Politik. Ist die Größe wichtig?

pdf

Die Vereinigung INFOHOUSE hat in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung im Jahr 2014 das Projekt “Geschlechtergleichheit ist nicht Frauensache! Es ist unser aller Aufgabe!”. Im Rahmen des Projektes, in dem sich Mitlgieder aus Parlaments-Parteien in BiH über die Prinzipien der Geschlechtergleichheit informieren konnten, entstand die Publikation „Frauen in der Politik. Ist die Größe wichtig?“. Die Publikation enthält Beobachtungen und Analysen zur Art der Berichterstattung der Printmedien über Kandidatinnen für die Lokalwahlen 2014 in Bosnien-Herzegowina während der Wahlkampagnen.

Projekt

EU Projekt: COMING OUT!

Das Landesbüro der Heinrich Böll Stiftung und ihre Partnerorganisationen Sarajevo Open Center und CURE Foundation haben mit der Implementierung des von der Europäischen Union finanzierten Projektes “Coming out! Befürwortung und Schutz der Rechte von LGBT Personen” begonnen.

Demokratie

Die Heinrich Böll Stiftung ist seit 1999 in Bosnien-Herzegowina aktiv. Als deutsche politische Stiftung, die in ihrer Orientierung dem Bündnis 90/Die Grünen nahe steht, treten wir für Grundwerte wie Demokratie, Frieden und Gewaltfreiheit ein.

Da wir ethnische und kulturelle Diversität als festen Bestandteil einer demokratischen Kultur verstehen, ist uns die Integration Bosnien-Herzegowinas in die Europäische Union ein großes Anliegen, und in diesem Sinne setzen wir uns für die Stärkung des Rechtsstaates und die demokratische Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger in der gesellschaftspolitischen Gemeinde ein.

Die Stärkung der Zivilgesellschaft, die gleichberechtigte Teilnahme der Frauen im gesellschaftlichen und politischen Leben, die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit und die Unterstützung des demokratischen politischen Dialoges sind einige unserer wichtigsten Programmziele.

Subscribe to RSSRSS-feed abonnieren